Nachhaltigkeit zu Weihnachten

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Der Klimawandel betrifft auch den Weihnachtsbaum

Seitdem der Klimawandel ein heiß diskutiertes Thema ist, kennt fast jeder den Begriff „CO2 Bilanz“. Dabei geht es ganz einfach darum, wie viel Treibhausgase ein Lebewesen oder ein Produkt während seiner Lebensspanne in die Atmosphäre bläst.

Eines ist klar: Die vielen Millionen Weihnachtsbäume, also die echten Nordmanntannen, Blaufichten usw., filtern zunächst einmal CO2 aus der Atmosphäre. Ein Hektar Weihnachtsbaumkultur bindet in zehn Jahren Wachstumszeit rund 145 Tonnen Kohlendioxid, 300 Tonnen Staubpartikel und sorgt für 100 Tonnen Sauerstoff.

Kann ein Plastikbaum da wirklich besser sein?

Es klingt zunächst sonderbar, denn Kunststoff verbinden wir im Geiste viel eher mit Wörtern wie Chemie, künstlich, schädigend oder Umweltverschmutzung.

Dennoch bringen die Tannen aus PVC und Polyethylen einen entscheidenden Vorteil: Langlebigkeit und Wiederverwertbarkeit.

In den USA ist heute bereits jeder dritte Christbaum eine Tanne aus Kunststoff. Wobei die Amerikaner grundsätzlich ein anderes Verhältnis zu Kunststoffen und „Unechtem“ haben als wir Mitteleuropäer.

Dennoch fragen sich auch bei uns immer mehr Menschen, ob ein echter Christbaum wirklich noch umweltfreundlich ist?

Forscher und Umweltfreunde haben sich ans Rechnen gemacht und die beiden Weihnachts-Favoriten im CO2 Wettstreit gegeneinander antreten lassen.

Die CO2 Bilanz von „echt“ und „künstlich“

Alleine in Deutschland werden jährlich knapp 30 Millionen Bäume zum Weihnachtsfest angeboten. Normale Nordmanntannen und andere Bäume, die im Handel auftauchen, sind durchschnittlich zwischen acht und zwölf Jahre alt.

Bis sie gefällt werden, wachsen sie nahezu von allein. Spritzmittel und Chemikalien kommen nur in Sonderfällen zum Einsatz. Beim Anbau fallen nur CO2-Abgase an, die eigentlich zu vernachlässigen sind.
Während die Blaufichte kurz vor der Ernte also noch quasi „CO2-unschuldig“ im Wald steht und sogar Gutes tut, hat ein einzelner Kunststoffbaum hier schon eine Energiebilanz von unglaublichen 26 Kilogramm CO2.

Dieser Anteil entfällt allein auf die Herstellung der Kunststoff-Rohmaterialien und die Fertigung des Plastikbaumes. Vier von fünf Plastiktannen werden heute in China gefertigt. In liebevoller Handarbeit hergestellte und täuschend echte Kunsttannen bleiben derzeit noch die seltene Ausnahme.

Wie sieht es mit den Transportwegen aus?

Kritiker der echten Christbäume führen gerne lange Transportwege ins Feld. Nicht alle Tannen, die auf dem deutschen Markt erhältlich sind, stammen aus der Region.

Das mag so stimmen. Tatsächlich werden Bäume auch innerhalb Deutschlands über längere Strecken transportiert. Allerdings stammt nur der kleinste Teil aus Auslandsimporten (ca. 3%).
Die Energiebilanz der Transportwege hält sich beim echten Weihnachtsbaum also in Grenzen. Emissionen im Rahmen der Erntearbeiten und dem Einsatz von Sägen machen nur minimale Anteile aus.

Während der Plastikbaum auf dem Containerschiff tausende von Kilometer nach Deutschland zurücklegt, rattert es auf dessen Emissionskonto schon wieder enorm.

Bleiben noch die Lebensdauer und die Entsorgung

Hier punktet die Kunststoff-Variante: Immerhin kann die Plastiktanne mehrfach verwendet werden. Theoretisch jedenfalls.

Wer schon mal einen künstlichen Baum aus dem Billigsektor zusammengesteckt hat, weiß, dass die Stabilität beim zweiten Aufbau schon deutlich nachlässt. Nach zwei bis drei Jahren sind die künstlichen Nadeln geknickt und das Bäumchen sieht abgewetzt und unschön aus. Also wird es ersetzt.

Der alte Plastikbaum landet auf der Mülldeponie oder wird verbrannt: Bis zu diesem Punkt hat es das gute Stück eine Gesamt-CO2 Bilanz von 40 Kilogramm.

Doch was ist mit den echten Bäumen, die in großen Mengen jährlich entsorgt werden müssen?
Hier macht es den größten Unterschied, ob die Bäume auf einer Mülldeponie enden oder verbrannt werden.

Beim langsamen Verrotten der Bäume wird unter anderem auch Methan freisetzt, das 25 Mal klimaschädlicher ist als CO2.

Beim Verbrennen fällt die Energiebilanz von Nordmanntanne, Blaufichte und Co. besser aus:

Eine circa zwei Meter große Nordmanntanne setzt beim Verrotten auf einer Grüngut-Deponie rund 16 Kilogramm CO2 (inkl. „Äquivalente“ also ähnlich schädliche Treibhausgase) frei.

In er Verbrennungsanlage bringt es der Baum am Lebensende auf nur 3,5 Kilogramm.

Es bleibt noch ein weiterer Nachteil: Denn nicht immer nehmen die ehemaligen Weihnachtsbaum-Besitzer das Lametta so akribisch ab, wie es Vorschrift ist. Landet der silbern glitzernde Schmuck in der Verbrennungsanlage setzt er giftiges Blei frei. Doch das ist beim Verbrennen der Kunsttannen nicht anders.

Wir haben uns hier nur auf die offensichtlichsten Daten beschränkt. Als der britischen „Carbon Trust“ im Jahr 2013 rechnete, wurden viele weitere Aspekte berücksichtigt. Immerhin muss man sich auch Gedanken machen, was aus ehemaligen Weihnachtsbaumplantagen werden würde, wenn plötzlich alle Verbraucher Plastik kaufen.
Werte wie die anzunehmende Wiederaufforstung (Wald, Wiese oder Brache?), Recycling-Aspekte bei den Kunsttannen, Möglichkeiten der Inlandsproduktion von Kunsttannen usw. wurden berücksichtigt.

Schlussendlich kamen die Forscher zu diesem Ergebnis:
Ein Plastikbaum müsste mindestens zehn, besser zwanzig Jahre genutzt werden, damit er wirklich klimafreundlicher wird als der natürliche Christbaum.

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