Nordmanntanne oder Blaufichte

Nordmanntanne oder Blaufichte

Nordmanntanne

Der beliebteste Weihnachtsbaum der Deutschen ist wohl unbestritten die Nordmanntanne. Die Menschen schätzen an der Nordmanntanne das Äußere und ihre lange Haltbarkeit, Züchter die unkomplizierte Art. Gesägt werden sie zumeist hierzulande, ihren Ursprung haben die Nordmanntannen -lateinisch abies nordmanniana – jedoch ganz woanders.
Ihre Heimat, anders als der Name vermuten lässt, ist nicht der Norden, sondern vielmehr der Südosten: der Kaukasus und Kleinasien. Benannt wurde die Nordmanntanne nach dem finnischen Botaniker Alexander Nordmann (1803–1866). Dieser hatte 1836 diese Tannenart nahe dem Quellgebiet des Kuras in Georgien gesammelt und in die Gartenkultur eingeführt.
Nach wie vor sind deutsche Baumschulen auf frische Samen aus der Kaukasus Region angewiesen. Anfang des 19. Jahrhunderts fand die Nordmanntanne schließlich ihren Weg nach Mitteleuropa. Heute ist das Sauerland Hauptproduzent von Weihnachtsbäumen in Mitteleuropa, jeder dritte in Deutschland verkaufte Baum stammt aus dieser Region.
In ihrer Kindheit wächst die Nordmanntanne nur ein paar Zentimeter im Jahr. Erst nach acht bis zehn Jahren ist aus den Sämlingen ein wunderschöner Weihnachtsbaum geworden und ungefähr so groß wie ein erwachsener Mann.
Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war der klassische „Tannenbaum“ in den deutschen Wohnzimmern keine Tanne war, sondern eine Gewöhnliche Fichte (Picea abies). Jedoch gab es in den letzten Jahrzehnten einen stetigen Wandel und mittlerweile ist der beliebteste Weihnachtsbaum tatsächlich eine Tanne, eine Nordmanntanne.

Blaufichte

Die Blaufichte (Picea pungens glauca), die übrigens nicht immer nur blaue Nadeln trägt – wie der Name verheißt – sondern auch grüne, stammt aus den Rocky Mountains und wächst in den US-Staaten Wyoming, Colorado, Arizona und New Mexico. Sie zeichnet sich durch besondere Robustheit aus. In acht bis zehn Jahren werden sie bis zu zwei Meter groß. In Europa wachsen sie selbst auf extrem trockenen und armen Standorten problemlos. Sie gedeihen praktisch auf allen Böden und in jedem Klimabereich. In Deutschland stehen sie daher in vielen Gärten.

Blaufichten werden seit 1885 in Deutschland auch als Weihnachtsbäume gehandelt. Aufgrund ihrer etagenartig wachsenden Zweige lassen sich Blaufichten gut schmücken und sind daher sehr beliebt. Zudem duften ihre Nadeln intensiv nach Wald und verbreiten somit zur Weihnachtszeit einen herrlichen Tannenduft in ihrem Wohnzimmer.
Ursprünglich waren Weihnachtsbäume immer Fichten, bis sie schließlich von den Nordmanntannen abgelöst wurden. Der beliebteste Weihnachtsbaum unter den Fichten ist heute zweifellos die Blaufichte.

Tatsächlich können Sie Tannen und Fichten anhand ihrer Nadeln auseinanderhalten: Fichten haben eher spitze Nadeln, die überall am Zweig sitzen. Tannen hingegen, weisen flache Nadeln auf und die in Reihen angeordnet sind.

Einen Nadelbaum zu dekorieren und ihn auf diese Weise in einen Christbaum zu verwandeln geht auf den heidnischen Brauch zurück, Häuser zur Wintersonnenwende mit immergrünen Zweigen zu schmücken.
In Deutschland wurden dazu unter anderem Buchsbäum und Eiben verwendet. Später fanden die Menschen offensichtlich Nadelbäumen wesentlich schöner und erfanden den Christbaum. Das Aufstellen von Weihnachtsbäumen in Stuben begann dann nachweislich im 16. Jahrhundert. Am Anfang wurden die Bäume hierbei mit Obst und Gebäck dekoriert. Kaufleute und Adelige verbreiteten diesen Brauch im 17. Jahrhundert zunächst im protestantischen Raum und der Christbaum rückte damit in den Mittelpunkt familiärer Weihnachtsfeier der wohlhabenden Schichten. Im 19. Jahrhundert fand der Christbaum seinen Platz in deutschen Bürgerfamilien und mit Beginn des 20. Jahrhunderts auch im ländlichen Gebieten.

Hier einige Tipps, um den unvermeidlichen Nadelabwurf hinauszuzögern: Bewahren Sie Ihren Baum bis zum Weihnachtsfest kühl auf und schneiden Sie das Stammende frisch an. Verwenden Sie einen mit Wasser gefüllten Baumständer.

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